Frankfurt, 6. Juni 2019. Auf welche Weise Bewerberinnen und Bewerber mit Unternehmen zusammenkommen, verändert sich stetig. Haben frühere Generationen noch ihre Bewerbungsmappen ausgedruckt und per Post verschickt, knüpfen heute Jobsuchende auf Karrieremessen oder online erste Kontakte. Der Recruiting-Dienstleister IQB Career Services zeigt aktuelle Trends auf und gibt Tipps für jede Phase im Bewerbungsprozess.

Trend 1: Kennenlernen auf der Karrieremesse

Karrieremessen werden immer beliebter. Denn sie ermöglichen einen persönlichen Kontakt zu den Arbeitgebern sowie berufliches Networking. Dazu sollten Berufseinsteiger jedoch gut vorbereitet sein, weiß Susanne Glück, Geschäftsführerin der IQB: „Anstatt auf einer Karrieremesse von einem Unternehmen zum anderen zu hetzen, sollten im Vorfeld gezielt diejenigen ausgesucht werden, die für einen selbst interessant sind. Eine mitgebrachte Bewerbungsmappe mit Anschreiben, Lebenslauf und Zeugniskopien hinterlässt direkt einen guten Eindruck.“ Wer dann noch sympathisch auftritt und sich nach der Messe beim Personaler per Anruf oder E-Mail in Erinnerung ruft, hat gute Chancen auf einen persönlichen Termin im Unternehmen.

Trend 2: Bewegtbild statt Textblöcke

Es muss im Zeitalter der Digitalisierung nicht immer eine Bewerbung in Textform sein. In manchen Fällen ist auch Bewegtbild das Mittel der Wahl. Wer sich mit einem Video bewirbt, kann sehr individuell und sympathisch Engagement und Kreativität vermitteln. Wie wäre es beispielsweise, sich beim Lieblingshobby zu filmen und dieses mit den Aufgaben der gewünschten Stelle im Unternehmen zu verbinden? Wichtig ist es vor allem, authentisch zu bleiben und sich im Vorfeld genau zu überlegen, welche Stärken und Charakterzüge herausgestellt werden sollen. Gründlich durchdachte und qualitativ ansprechende Videos überzeugen dabei eher als verwackelte Handyaufnahmen.

Trend 3: Spielend zum Erfolg

Vor allem größere Unternehmen setzen zunehmend auf Recruiting-Games bei der Personalauswahl. Dabei handelt es sich meistens um Tests zur Problemlösungskompetenz. So schlüpfen die Bewerberinnen und Bewerber als Spielerinnen und Spieler beispielsweise in die Rolle eines Trainees und lösen berufsrelevante Aufgaben, die ihnen von virtuellen Vorgesetzen gestellt werden. Dabei heißt der Schlüssel zum Erfolg: Konzentration. Das Spiel kann simpel erscheinen, doch können Bestehen oder Nichtbestehen über den weiteren Verlauf der Bewerbung entscheiden. Dementsprechend sollte ein Recruiting-Game auch nicht auf die leichte Schulter genommen werden. In vielen Fällen verrät es zudem Informationen über das Unternehmen, die in einem Bewerbungsgespräch gezieltes Nachfragen ermöglichen.

Trend 4: Brainteaser oder: „Wie viele Tennisbälle passen in einen Zug?“

Immer mehr Firmen setzen im persönlichen Gespräch auch auf sogenannte Brainteaser. Das sind Knobelfragen, die zunächst verwirrend erscheinen, wie zum Beispiel „Wie schwer ist Deutschland?“ oder „Welches Obst wären Sie?“. Mit diesen Fragen will die Personalabteilung herausfinden, ob Bewerberinnen und Bewerber unter Druck kreativ denken und wie sie Probleme lösen können. Deswegen lautet für Susanne Glück der erste Schritt auch: „Ruhig bleiben und nicht überhastet antworten. Prinzipiell hilft es, zunächst das Problem zu analysieren und eventuell Rückfragen zu stellen. Dann die Situation zusammenfassen und den Lösungsweg skizzieren sowie das Ergebnis begründen.“ Denn oft gibt es keine richtige oder falsche Antwort, sondern der Weg ist das Ziel.

(ots)

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